Beim letzten Repaircafé im Chaospott standen drei Geräte auf unserer Werkbank: Ein Notebook mit einem zu tauschenden Akku, eine klemmbare Nachttischlampe mit defektem USB-C-Ladeanschluss und eine Bluetooth-Audio-Box, die sich ebenfalls nicht mehr laden ließ. Während der Akkutausch schnell erledigt war, verlangten die beiden defekten USB-Buchsen etwas mehr Geduld, geeignetes Werkzeug und Erfahrung mit verschiedenen Löttechniken.
Akkutausch, wie er sein sollte
Der Austausch des Notebook-Akkus war die schnellste Reparatur des Abends. Nach dem Entfernen der entsprechenden Schrauben ließ sich das Gehäuse problemlos öffnen. Der Hersteller hatte auf Kunststoffnasen verzichtet, die beim Öffnen häufig abbrechen oder das Zerlegen unnötig erschweren. Dadurch war der Akku schnell zugänglich und ließ sich ohne größeren Aufwand austauschen.
Das Beispiel zeigt, welchen Unterschied eine reparaturfreundliche Konstruktion macht. Wenn Gehäuse verschraubt und Bauteile zugänglich sind, werden Reparaturen einfacher und günstiger. Das verlängert die Nutzungsdauer der Geräte und trägt zur Nachhaltigkeit bei. Nach dem Austausch funktionierte das Notebook wieder wie vorgesehen.
Nachttischlampe mit defekter USB-Buchse
Bei einer klemmbaren Nachttischlampe war der USB-C-Ladeanschluss gebrochen. Um die Lampe wieder laden zu können, musste die Buchse von der Platine entfernt und ersetzt werden.
USB-C ist allerdings nicht gleich USB-C. Hinter dem gleichen Steckertyp können sich unterschiedliche Ladetechniken verbergen. Einige Geräte unterstützen USB Power Delivery (USB-PD). Dabei handeln Gerät und Netzteil aus, welche Spannung und Stromstärke verwendet werden können. Das ist beispielsweise praktisch, wenn ein Gerät mit einem geeigneten Computer-Netzteil geladen werden soll. Andere Geräte sind auf eine Versorgung mit 5 Volt ausgelegt und werden mit einem entsprechenden USB-Netzteil geladen. Bei der Auswahl eines Ersatzteils muss deshalb nicht nur die mechanische Bauform stimmen, sondern auch die elektrische Ausführung.
Reinigung der Lötpads und geöffnetes Lampengehäuse. Chaospott CC-BY-SA 4.0
Für den Ausbau der defekten Buchse kam ein Heißluftlötkolben zum Einsatz. Um die übrigen Bauteile vor der Hitze zu schützen, deckten wir empfindliche Bereiche der Platine mit Kaptonband ab. Nachdem sich die Buchse abnehmen ließ, mussten zunächst die verbliebenen Lötstellen gereinigt werden.
Dafür verwendeten wir Entlötlitze und etwas Flussmittel. Das Geflecht nimmt das geschmolzene überschüssige Lot auf und ermöglicht so, die Lötflächen für das neue Bauteil vorzubereiten. Ein kleiner Praxistipp: Es lohnt sich, die Entlötlitze in kurze Stücke zu schneiden. Lange Stücke leiten die Wärme von der eigentlichen Lötstelle weg. Mit einem kurzen Stück lässt sich gezielter arbeiten.
Nach der Vorbereitung konnten wir die neue USB-C-Buchse einsetzen und verlöten.
Gebrochene USB-Buchse einer Bluetooth-Box
Auch eine Bluetooth-Box ließ sich wegen eines gebrochenen USB-Anschlusses nicht mehr laden. Die erste Herausforderung bestand darin, das Gehäuse zu öffnen. Im Internet fanden sich unterschiedliche Angaben dazu, an welchen Stellen sich das Gehäuse aufhebeln lässt, um an die darunterliegenden Schrauben zu gelangen. Nachdem wir die richtige Vorgehensweise gefunden hatten, war das weitere Zerlegen unkompliziert und die Platine zugänglich.
Die defekte Buchse wurde erneut mit Heißluft ausgelötet. Danach mussten auch die durchkontaktierten Anschlüsse vom Lot befreit werden. Mit der Entlötlitze ließen sich die verbliebenen Lötpads unkompliziert reinigen.
Reparierte Bluetooth-Box und Nahaufnahme USB-C-Buchse. Chaospott CC-BY-SA 4.0
Ein passendes Ersatzteil hatten wir an diesem Abend allerdings nicht vorrätig. Die Reparatur musste deshalb warten und wurde an einem späteren Abend fortgesetzt.
Die neue Buchse stellte sich als anspruchsvoller heraus als zunächst erwartet: Sie besaß Anschlussbeine für die Unterseite der Platine sowie zusätzliche SMD-Kontakte auf der Oberseite. Diese lagen unter dem Metallgehäuse der Buchse und waren nach dem Einsetzen nur schwer zugänglich. Gerade bei solchen Bauteilen kommt es darauf an, die Heißluft gezielt einzusetzen, um alle Anschlüsse ausreichend zu erwärmen. Eine zusätzliche Herausforderung waren die Kunststoffteile im Inneren der Buchse. Sie mussten während des Lötens vor der Hitze geschützt werden. Mit dem richtigen Winkel für den Heißluftlötkolben und Kaptonband als Hitzeschutz ließ sich das Ersatzteil schließlich einsetzen. Anschließend konnten wir die Bluetooth-Box wieder erfolgreich laden und „Never Gonna Give You Up“ abspielen.