Chaospott Repaircafé

Herzlich willkommen bei unserem Repaircafé. Hier findet ihr die nächsten Termine und Informationen über unser Repaircafé.

Kommende Termine

  • Dienstag, 27. Januar | 18–20 Uhr
  • Dienstag, 17. März | 18–20 Uhr
  • Dienstag, 19. Mai | 18–20 Uhr
  • Dienstag, 23. Juni | 18–20 Uhr
  • Mittwoch, 19. August | 18–20 Uhr

Wir bitten um eine vorherige Anmeldung per Mail.

Konzept & Idee

Hinter einem Repaircafé steht die Idee, die Fähigkeiten zum Reparieren von defekten Geräten zu vermitteln, Hilfestellung und Erfahrungen bei der Fehlersuche weiterzugeben und den Umgang mit Werkzeugen zu erlernen. Die Ursache für ein kaputtes Gerät liegt oftmals an Kleinigkeiten, welche sich schnell beheben lassen.

Hilfe bei Repaircafés ist gerne gesehen. Oft ist schon das richtige Werkzeug oder das Wissen um die Bedienung eines Multimeters der Schlüssel zum Erfolg. Als ersten Schritt lohnt sich immer auch eine Internetsuche nach Reparaturanleitung und Service Manuals, die häufig schon Lösungen darstellen oder zumindest einen guten Überblick der inneren Funktionsweise zeigen.

Auf media.ccc.de findet man einen Vortrag vom 35C3 und ein petitFoo zum Thema Repaircafé. In der 46. Folge der Sibyllinischen Neuigkeiten haben wir über die Kunst des Reparierens und in einer weiteren Folge über das Framework als Beispiel für reparierbare Hardware gesprochen.

In der näheren Umgebung finden an folgenden Orten Repaircafés statt:

Eine Übersicht über weitere Repaircafés findet sich beim Netzwerk Reparatur-Initiativen.

Präzisionsreparatur unter dem Mikroskop

Das Reparieren von Joypads ist gerade hoch im Kurs. Außerhalb der Reihe konnten wir einen Xbox-Controller reparieren, der als defekt erworben wurde.

Ein Blick durch das Mikroskop zeigte, dass bei dem Versuch des Vorbesitzers, einen der Analogsticks zu ersetzen, eine Leiterbahn durchtrennt bzw. abgerissen worden war. Darüber hinaus wurden bei der ersten Reparatur zwei SMD-Komponenten so stark erhitzt, dass sie sich teilweise von ihren Lötpads gelöst und verschoben hatten.

Die Collage zeigt die Reparatur eines geöffneten Xbox-Controllers. Zwei stark vergrößerte Mikroskopaufnahmen dokumentieren Schäden an der Leiterplatte: gelöste SMD-Bauteile sowie eine unterbrochene Leiterbahn, deren beschädigte Stelle mit einem roten Kreis markiert ist. Das dritte Bild zeigt den geöffneten Controller unter einem Stereomikroskop. Geöffneter Controller unter dem Mikroskop. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Glücklicherweise waren sie lediglich verrutscht und hafteten noch auf der Platine. Dank der Vergrößerung durch das Mikroskop konnten die Fehler schnell gefunden und mit dem Lötkolben ebenso schnell behoben werden.

Unsere nächsten Termine findet ihr unter der Rubrik Repaircafe.


Große Stehlampe und kleine Lötpads

Bei unserem letzten Repaircafé erreichten uns mehrere Geräte, die wir mit dem passenden Werkzeug und nur wenigen Handgriffen wieder instand setzen konnten.

Ein Beispiel war eine Stehlampe, bei der sich die Zuleitung aus der Lampenfassung gelöst hatte. Gemeinsam mit der Besitzerin wurde die abgerissene Aderendhülse ersetzt. Anschließend ließ sich die Zuleitung wieder sicher in der Klemme der Lampenfassung befestigen, sodass die Lampe wieder zuverlässig funktionierte.

Quelle: Chaospott Lampe, Joypad und Fluidpumpe. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Etwas aufwendiger gestaltete sich die Reparatur eines Joypads. Hier musste einer der Analogsticks mit seinen zahlreichen Anschlüssen ausgetauscht werden. Dabei erwies sich der Entlötkolben unserer Lötstation als unverzichtbares Werkzeug. Mit ihm ließen sich die Lötstellen sauber vom Lot befreien, sodass sich das defekte Bauteil problemlos von der Platine entfernen ließ. Anschließend konnte der neue Analogstick eingelötet werden.

Quelle: Chaospott Aufgeschraubte PS-Classic. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Die anspruchsvollste Reparatur war eine PlayStation Classic. Hier war der USB-Controller, der die angeschlossenen Joypads ansteuert, defekt. Die besondere Herausforderung lag im sehr geringen Pinabstand des Chips. Mit ruhiger Hand, der richtigen Technik und etwas Erfahrung gelang es jedoch, den Controller von Hand auszulöten und durch ein neues Bauteil zu ersetzen.


Der Endgegner: Kaffeevollautomat

Es gibt Geräte, bei denen selbst erfahrene Repaircafé-Helfer kurz innehalten. Der Kaffeevollautomat gehört definitiv in diese Kategorie. Viele Repaircafés lehnen solche Geräte grundsätzlich ab, weil sie stark verbaut und schwer zu öffnen sind, voller Kaffeeprött stecken und auch das Thema Dichtigkeit seine Tücken hat. Arbeitsplätze und Werkzeuge werden dabei schnell mal überflutet und müssen entsprechend vorbereitet werden.

In diesem Fall hatten wir wenig Betrieb und konnten uns die Zeit nehmen, einen defekten Smeg BCC12 Kaffeevollautomaten anzusehen.

Fehlerbild

Die Fehlerbeschreibung klang zunächst simpel: „Die Maschine zieht kein Wasser.“ Häufig wird dies durch eine verstopfte Düse verursacht. Ein erster Funktionstest zeigte jedoch ein differenzierteres Bild. Beim Einschalten blieb die Maschine im Startvorgang hängen und die LEDs des Bedienfelds blinkten unbegrenzt in ihrer Startanimation. Ein Reset übersprang Teile des Startprogramms, sodass die Auswahltasten freigeschaltet wurden. Nun ließ sich über die Heißwassertaste Wasser ausgeben, es war allerdings kalt.

Damit war klar, dass die Pumpe und die Zuleitung funktionierten und das Problem beim Heizelement zu suchen war.

Auf der Spur des Heizelements

Bei diesem Fehlerbild liegt der Verdacht nahe, dass etwas mit dem Heizelement nicht stimmt. Diese Komponente sorgt dafür, dass das Wasser auf Temperatur gebracht wird. Beim Starten versucht die Maschine vorzuheizen, da die Temperatur nicht stieg, blieb sie stecken. Technisch gesehen ist das Heizelement ein elektrischer Verbraucher, genauer gesagt eine ohmsche Last mit sehr geringem Widerstand, durch die viel Strom fließt, um Wärme zu erzeugen.

Um das Heizelement zu überprüfen, musste das Gerät geöffnet werden. Ein Schritt, der bei Kaffeevollautomaten selten schnell geht.

Erste Runde: Relais und Widerstand des Heizelements

Zunächst wurden die Relais überprüft. Ein Relais ist ein elektrisch gesteuerter Schalter, der hohe Ströme schalten kann. Damit kann der Controller das Heizelement aktivieren. Gerade bei Geräten mit vielen Betriebsstunden sind diese Bauteile anfällig für Verschleiß. In diesem Fall zeigte sich jedoch, dass die Relais wie erwartet arbeiteten und sauber schalteten.

Die Kollage zeigt in drei Bildern einen geöffneten Kaffeevollautomaten, der auf einer Werkbank steht. Sicht auf Platine, Verkabelung, Pumpe und Thermoblock. Ein roter Pfeil markiert zwei abgezogene, mit Steckverbindern versehene Kabel. Dort befinden sich zwei Sicherungen, die man auf einem der Bilder in einer Nahaufnahme gezeigt werden. Geöffneter Kaffeevollautomat. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Der nächste Schritt war die Messung des Heizelements. Mithilfe eines Multimeters wurde der Widerstand geprüft. Erwartet wird normalerweise ein niedriger Wert im Bereich weniger Ohm. Stattdessen ergab die Messung keinen Durchgang im Heizelement, wie es etwa der Fall ist, wenn es durchbrennt. Dies schien allerdings nicht der Fall gewesen zu sein, da keine Überhitzungsspuren sichtbar waren.

Nichtsdestotrotz war der Fehler damit auf das Heizelement eingegrenzt.

Zweite Runde: Tiefer ins Gerät

Da das Heizelement selbst nicht direkt zugänglich war, wurde das Gerät weiter zerlegt. Nach einigem Aufwand konnte die Heizspule schließlich direkt gemessen werden. Überraschenderweise lag der Widerstand im erwarteten fehlerfreien Bereich, das Heizelement war also vermutlich in Ordnung.

Da nun der Fehler nur vor, aber nicht hinter den Zuleitungen messbar war, wurden diese genauer untersucht. Auf einem der beiden Kabel, dem blauen, war kein Durchgang messbar. Ein klassischer Kabelbruch schien zwar unwahrscheinlich, da die Leitungen im Inneren des Geräts kaum mechanischer Belastung ausgesetzt sind, trotzdem untersuchten wir die Leitung auf Beschädigungen.

Die Lösung fand sich schließlich an einer kaum sichtbaren Stelle. Unter zwei Schichten Kabelschutzschlauch befand sich eine Feinsicherung, integriert in die Leitung selbst. Diese hatte ausgelöst und damit die Stromversorgung des Heizelements vollständig unterbrochen.

Später stellte sich heraus, dass in die andere, braune Leitung ebenfalls eine Feinsicherung integriert ist, welche in diesem Fall unbeschädigt war.

Kleine Ursache, große Wirkung

Nachdem Ersatz für die Sicherung bestellt worden war, lief die Reparatur am Ende vergleichsweise unspektakulär. Die defekte Feinsicherung wurde ersetzt, mit neuen Crimpverbindungen in das Kabel eingesetzt und das Gerät wieder sorgfältig zusammengebaut. Danach funktionierte die Maschine wieder wie vorgesehen und heizte das Wasser.

Insgesamt war der Aufwand jedoch nicht zu unterschätzen: rund drei Stunden für das Öffnen und die Fehlersuche, ein Ersatzteil für etwa sechs Euro und nochmals zwei Stunden für den Austausch und den Zusammenbau.

Fazit

Kaffeevollautomaten gelten nicht ohne Grund als schwierig zu reparieren. Sie sind kompakt gebaut, schwer zugänglich und vereinen Mechanik, Elektronik sowie Wasser und Thermik auf engem Raum.

Dieser Fall zeigt aber, dass sich auch scheinbar komplexe Geräte mit Geduld und einem strukturierten Vorgehen reparieren lassen. Wichtig ist, sich nicht von ersten Vermutungen leiten zu lassen, sondern systematisch vorzugehen und Messergebnisse kritisch zu hinterfragen.

Nicht immer ist das offensichtlichste Bauteil defekt. Manchmal liegt die Ursache gut versteckt und ist am Ende überraschend einfach zu beheben.

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Wasserkocher & Grafikkarte

Beim letzten Repaircafé im Chaospott wurde wieder fleißig geschraubt, gemessen und gelötet. Drei ganz unterschiedliche Geräte haben es auf unsere Werkbank geschafft.

Wasserkocher

Ein mitgebrachter Wasserkocher ließ sich erfreulich unkompliziert öffnen, was immer ein guter Start für eine Reparatur ist. Die Messung der Heizelemente ergab unauffällige Werte, sodass die Ursache zunächst woanders gesucht werden musste. Schnell fiel der Blick auf das Relais, das die Last schaltet. Die Überprüfung bestätigte den Verdacht, das Relais war defekt.

Ein passendes Ersatzbauteil mit identischen Eigenschaften wurde bestellt und eingebaut. Anschließend wurde der Wasserkocher mit einem Gerätetester geprüft und konnte erfolgreich getestet werden.

Spielzeugtelefon

Bei einem Spielzeugtelefon war der Fehler schnell gefunden. Nach dem Aufschrauben bestätigte sich der Verdacht, dass der Lautsprecher war defekt. Praktischerweise konnte ein Ersatzteil aus der Bastelkiste verwendet werden. Der Lautsprecher aus einem alten Game Boy passte genau in das Gehäuse des Telefons. Der Austausch ging schnell und problemlos von der Hand. Ein schönes Beispiel dafür, wie sich alte Elektronik noch einmal sinnvoll wiederverwenden lässt.

Grafikkarte

Deutlich komplexer wurde es bei einer Grafikkarte. Nach dem Einschalten zeigte sie keinerlei Reaktion. Der Besitzer hatte sich bereits im Vorfeld vorbereitet und eine Übersicht der verschiedenen Spannungsversorgungseinheiten erstellt. Gemeinsam wurden diese systematisch durchgemessen. Dabei konnten zwei defekte Sicherungen identifiziert werden. Das deutet darauf hin, dass sie durch einen Kurzschluss ausgelöst wurden. Ein solcher ließ sich jedoch bislang nicht eindeutig nachweisen. Als nächster Schritt werden die Sicherungen ersetzt. Mit etwas Glück war das bereits die Ursache und die Grafikkarte kann bald wieder in Betrieb gehen.

Fazit

Vom einfachen Bauteiltausch bis zur detaillierten Fehlersuche zeigt sich einmal mehr, dass man gemeinsam oft eine Lösung findet. Selbst wenn eine Reparatur nicht sofort abgeschlossen werden kann, ist der Erkenntnisgewinn viel Wert.

Wir freuen uns schon auf das nächste Repaircafé.

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Pendelsäge, Spielzeughandy & Willy will Taster

In unserem Repaircafé tauchen Geräte aus den unterschiedlichsten Kategorien auf. So konnten wir bei unserem letzten Treffen unter anderem eine Pendelsäge, ein ferngesteuertes Auto und diverse Kleinelektronik wieder in Betrieb nehmen.

Bei der Pendelsäge war der Fehler schnell gefunden. Beim Überprüfen der Motorkohlen ist uns aufgefallen, dass der Entstörkondensator sich in Wohlgefallen aufgelöst hatte. Das Ersatzteil ließ sich ohne Probleme einbauen.

Bei einem ferngesteuerten Auto mussten wir etwas länger knobeln, bis wir herausgefunden hatten, warum es nach einiger Zeit nur noch in eine Richtung fuhr. Schritt für Schritt haben wir die Mechanik des Antriebs auseinandergebaut, bis auffiel, dass die Mitnehmer in der Antriebsachse fehlten. Dies führte dazu, dass sich die Verschraubung auf der einen Seite von selbst aufschraubte und das Auto damit nicht mehr benutzbar war. Mit etwas stabilerem Draht ließ sich das Problem lösen.

Das Bild zeigt die Fischreplik Willy Willy. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Neben den etwas größeren Geräten haben wir auch mehrere Kleinigkeiten repariert, bei denen quasi nur ein oder zwei Lötstellen gesetzt werden mussten. Dazu gehörten zwei Netzteile, bei denen das Kabel gebrochen bzw. abgerissen war. Etwas Lötzinn und Schrumpfschlauch schafften schnell Abhilfe. Zu den Kleinigkeiten gesellte sich noch eine singende Fischreplik, die sich nicht mehr per Knopfdruck einschalten ließ. Hier musste lediglich der Taster getauscht werden. Ein ähnliches Problem konnten wir bei einer Toniebox feststellen. Dort war der Lauter-Taster gebrochen. Solche Kurzhubtaster haben wir im Fundus, und damit war das Gerät innerhalb von 20 Minuten wieder nutzbar.

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