Pendelsäge, Spielzeughandy & Willy will Taster

In unserem Repaircafé tauchen Geräte aus den unterschiedlichsten Kategorien auf. So konnten wir bei unserem letzten Treffen unter anderem eine Pendelsäge, ein ferngesteuertes Auto und diverse Kleinelektronik wieder in Betrieb nehmen.

Bei der Pendelsäge war der Fehler schnell gefunden. Beim Überprüfen der Motorkohlen ist uns aufgefallen, dass der Entstörkondensator sich in Wohlgefallen aufgelöst hatte. Das Ersatzteil ließ sich ohne Probleme einbauen.

Bei einem ferngesteuerten Auto mussten wir etwas länger knobeln, bis wir herausgefunden hatten, warum es nach einiger Zeit nur noch in eine Richtung fuhr. Schritt für Schritt haben wir die Mechanik des Antriebs auseinandergebaut, bis auffiel, dass die Mitnehmer in der Antriebsachse fehlten. Dies führte dazu, dass sich die Verschraubung auf der einen Seite von selbst aufschraubte und das Auto damit nicht mehr benutzbar war. Mit etwas stabilerem Draht ließ sich das Problem lösen.

Das Bild zeigt die Fischreplik Willy Willy. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Neben den etwas größeren Geräten haben wir auch mehrere Kleinigkeiten repariert, bei denen quasi nur ein oder zwei Lötstellen gesetzt werden mussten. Dazu gehörten zwei Netzteile, bei denen das Kabel gebrochen bzw. abgerissen war. Etwas Lötzinn und Schrumpfschlauch schafften schnell Abhilfe. Zu den Kleinigkeiten gesellte sich noch eine singende Fischreplik, die sich nicht mehr per Knopfdruck einschalten ließ. Hier musste lediglich der Taster getauscht werden. Ein ähnliches Problem konnten wir bei einer Toniebox feststellen. Dort war der Lauter-Taster gebrochen. Solche Kurzhubtaster haben wir im Fundus, und damit war das Gerät innerhalb von 20 Minuten wieder nutzbar.

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Monitor Netzteil

Zu unserem letzten Repaircafé im Jahr 2025 hat ein defekter Monitor den Weg in unser Elektroniklabor gefunden. Es wurde berichtet, dass sich der Monitor nach einer Kaffeepause nicht mehr einschalten ließ. Das Gerät wies äußerlich keine erkennbaren Schäden oder Schmauchspuren auf.

Die erste Hürde war das Öffnen des Gehäuses. Lediglich der Tischfuß war verschraubt, das restliche Gehäuse wurde von Kunststoffclips zusammengehalten. Um diese schadfrei zu lösen, bedurfte es einiger Geduld und Vorsicht.

Das Bild zeigt die Rückseite des Monitorgehäuses. Rote Pfeile markieren die Kunststoffclips Position der Kunststoffclips. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Nach der ersten Betrachtung lag der Fokus auf den üblichen Verdächtigen. Ausgelaufene Kondensatoren oder defekte Dioden sind häufige Ursachen für Netzteilprobleme. Das typische Bild eines aufgeblähten Kondensators konnten wir in diesem Fall jedoch nicht feststellen.

Als Nächstes wurden die Spannungen an den einzelnen Stufen des Schaltnetzteils auf Plausibilität geprüft. Am Gleichrichter, an der Schaltstufe sowie am Transformator lagen jeweils sinnvolle Spannungen an. Fündig wurden wir schließlich am Gleichrichter der DC-Versorgung. Dort übernehmen aus Leistungsgründen zwei Schottky-Dioden vom Typ SB5100 DO-201 die Gleichrichtung der Wechselspannung. Messungen zeigten, dass eine der beiden Dioden in Sperrrichtung leitend war, wodurch der Gleichrichter nicht mehr korrekt funktionierte.

Das Bild zeigt eine Übersicht des geöffneten Netzteils und eine Nahaufnahme mit den bereits entfernten Schottky-Dioden Entfernte Schottky-Dioden. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Nachdem der Fehler identifiziert war, ließ er sich schnell beheben, da es sich um relativ große und gut zugängliche Bauteile handelte. Das Ersatzteil kostete lediglich etwa 20 Cent, und auch der Arbeitsaufwand hielt sich in Grenzen.

Das Besondere an der Reparatur stellte sich jedoch erst zum Schluss heraus: Von diesem Monitormodell existieren noch zwölf weitere Geräte, die alle denselben Defekt aufwiesen. Mithilfe unserer Erfahrung bzw. Anleitung konnten diese eigenständig repariert werden. So wurde nicht nur viel Geld gespart, sondern auch eine erhebliche Menge Elektroschrott vermieden.

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Repariert und entsorgt

Heute fand eine defekte Steckdosenleiste mit Fußschalter den Weg auf den Reparaturtisch. Diese Steckdosenleiste enthält vier geschaltete und zwei ungeschaltete Steckdosen. Der Fußschalter schaltet die vier Steckdosen sowie zwei LEDs im Schalter und in der Mitte der Leiste.

Das Bild zeigt eine Steckdosenleiste auf einer Lötunterlage. Die Steckdosenleiste verfügt über ein Fußpedal zum Schalten der angeschlossenen Geräte. Steckdosenleiste mit Fußpedal. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Durch einen Defekt waren alle Steckdosen permanent eingeschaltet, während die LEDs aber weiterhin dem Zustand des Schalters folgten und sich schalten ließen. Der Fehler war also vermutlich im Inneren der Leiste zu finden.

Die Kontrollplatine trägt neben einem Relais zwei Kondensatoren und drei Dioden, die die 30 V Spannung für das Relais erzeugen. Messungen zeigten für alle Kondensatoren und Dioden Werte im Normbereich, sodass der Defekt nun auf das Relais beschränkt werden konnte.

Das Relais zeigte einen plausiblen Widerstandswert durch die Spule, allerdings auch Durchgang auf der geschalteten Primärseite.

Für weitere Schritte musste das Relais ausgelötet werden. Dies verlangte sehr viel Hitze und Geduld wegen der großen Menge verwendeten Zinns auf der Primärseite sowie den verbundenen Kupferkabeln.

Das Bild zeigt eine Dritte-Hand, in welcher die Steuerplatine der Steckdosenleiste gespannt ist. Im Hintergrund sieht man die geöffnete Leiste Steuerplatine der Mehrfachsteckdose. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Das Relais ist für 250 V und 16 A ausgelegt mit einer Steuerspannung bis zu 30 V.

Mithilfe eines Messers ließ sich die Kunststoffkappe entfernen. Schon beim Herausnehmen des Relais aus der Kappe klickte es und sprang in die offene Position. Ein Test mit geringer Schaltspannung zeigte, dass das Relais wieder regulär schaltete.

Das Bild zeigt eine Collage eines geöffneten Relais. Geöffnetes Relais. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Das Relais wurde wieder zusammengesetzt und eingelötet. Ein Funktionstest in überwachter und isolierter Umgebung zeigte wieder die volle Funktionalität der geschalteten Steckdosenleiste. Ein Betätigen des Schalters steuerte wieder das Relais und somit auch die vier Steckdosen in der Leiste.

Trotz des erfolgreichen Schalttests kann diese Steckdosenleiste leider nicht mehr regulär verwendet werden. Alle Steckplätze weisen starke Abnutzungserscheinungen auf und können nicht mehr als elektrisch sicher eingestuft werden. Insbesondere die Kontaktflächen der ersten Steckdose weisen durch wiederholtes Einstecken eines Steckers und vermutlich einige damit verbundene Lichtbögen deutliche Mängel auf.

Das Bild zeigt die Stromschienen der geöffneten Steckdosenleiste Stromschienen einer Mehrfachsteckdose. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Obwohl diese Steckdosenleiste nun entsorgt und ausgetauscht werden muss, bot sie spannende Einsichten in Defekte und Fehlerquellen dieser Bauweise und half letztendlich auch beim handwerklichen Erfahrungsaufbau für ähnliche Reparaturen.

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Dampfreiniger wieder einsatzbereit

Am 3. September war im Repaircafé wieder einiges los. Zwei sehr unterschiedliche Geräte landeten auf unserem Tisch. Mit ein bisschen Geduld, dem richtigen Werkzeug und einem Ersatzteil für kleines Geld waren sie bald wieder einsatzbereit.

Manchmal sind es nur kleine Ursachen, die ein Gerät lahmlegen. Ein Dampfreiniger wollte partout keinen Mucks mehr von sich geben. Mit dem Multimeter war die Ursache schnell gefunden: Die Pumpe ist hinüber. Für knapp 20 Euro bekommt man Ersatz für die defekte Pumpe.

Aufgeschraubter gelber Dampfreiniger auf einer Werkbank. Links ist das geöffnete Gerät mit Kabeln, Pumpe und Elektronikplatine zu sehen, rechts daneben das wieder zusammengesetzte Gerät. Detailaufnahmen Dampfreiniger. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Auch ein Ventilator fand den Weg zu uns. Hier handelte es sich um einen echten Klassiker: ein defektes beziehungsweise abgerissenes Kabel. Nach der Instandsetzung dreht sich das Lüfterrad nun wieder zuverlässig.


Erfolgreiche Wiederbelebung einer Spülmaschine

Im Repaircafé haben wir eine Spülmaschine repariert, die nicht mehr in der Lage war, das Wasser nach dem Spülgang abzupumpen. Ein typisches Symptom, das oft auf eine defekte Ablaufpumpe hinweist. Darüber hinaus waren klackernde Geräusche zu hören, die darauf hindeuteten, dass das Flügelrad der Pumpe gebrochen war.

Collage aus vier Fotos einer Spülmaschine: Oben links zwei ausgebauten Pumpeneinheiten mit Laufrad, oben rechts die eingebaute Pumpe mit Schläuchen und Kabeln, unten links Detail mit schwarzem Schlauch und rotem Magnetventil, unten rechts Nahaufnahme einer Pumpe mit gelbem Aufkleber und Aufschrift 1A0023 3N1441. Detailaufnahmen der Ablauf- und Umwälzpumpe einer Spülmaschine. Chaospott CC-BY-SA 4.0

Die Reparatur gestaltete sich als unkompliziert. Nachdem wir einige Schrauben der Verkleidung gelöst hatten, konnten wir die Pumpe problemlos demontieren. Hier war allerdings etwas Geduld und Kraft gefragt, da der Antrieb sehr fest im Gehäuse saß. Nachdem wir das Ersatzteil verbaut hatten, musste nur noch die Verkleidung wieder montiert werden.

Mit geringen Reparaturkosten konnten wir nicht nur die Spülmaschine retten, sondern auch Elektromüll vermeiden und den Aufwand einer Neubeschaffung einsparen.